Fegefeuer: vom Ablasshandel zum Thesenanschlag

25.08.2016
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Im späten Mittelalter zählte Jüterbog zu den großen Städten im Erzstift Magdeburg und war, auf Grund ihrer verkehrsgünstigen Lage zwischen Sachsen, der Mark Brandenburg und Magdeburg, häufig Austragungsort wichtiger Fürstentreffen. Ebenso spielte die Stadt aber auch eine bedeutende Rolle in der Reformationsgeschichte.

 

Durch die Nähe zu Wittenberg stand Jüterbog schon früh im Zentrum der reformatorischen Auseinandersetzungen. Denn es waren die Ablasspredigten des Dominikanermönches Johann Tetzel (*um 1640, + 1519) in der Jüterboger Nikolaikirche, welche Martin Luther letztendlich zu seinen Reformthesen veranlasst haben.

 

Da Tetzel seine Ablassbriefe nicht in Wittenberg anbieten durfte, machten sich immer mehr Gemeindemitglieder Luthers auf den Weg ins nahe gelegene Jüterbog, um sich mittels der neusten Ablassbriefe von seinen Sünden frei zu kaufen. Dies ärgerte Luther so sehr, dass er seine Thesen zum Ablasshandel verfasste.

 

Noch heute sind die Spuren der Reformation in Jüterbog allgegenwärtig. In einem geführten Stadtrundgang tauchen Sie ein in eine turbulente Zeit zwischen Ablasshandel und Thesenanschlag. Als Lutherfinder zeige ich Ihnen gerne die historischen Orte.

 

Foto: Ablassbrief von 1517, Sammlung: Jüterboger Museum

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