ein geschichtlicher Abriss...

Seit jeher war das Küstriner Land ein Austragungsort voller stürmischer Konflikte, bei denen die slawischen und germanischen Stämme aufeinandertrafen.  Diese Ereignisse könnten als Drehbuch für so manch einen Sensationsfilm dienen. Im Verlaufe von fünf Jahrhunderten, zwischen  900 und 1400, wechselten hier die Herrscher wie in einem Kaleidoskop. Bis 900 war dieses Land unter der Herrschaft von Pommern; von 900 bis 1200 blieb es unter Einflüssen von Polen. Dann aber, infolge von verhängnisvollen diplopmatischen Schachzügen von Piasten, die zum Verlust des Lebuser Landes führten, regierten hier aufeinander die Templerritter und Johanniter. Letztendlich kam diese Erde für einige Jahrhunderte unter politischer Obhut von Brandenburg.

 

Durch Initiative des Markgrafen Albrecht III erhielt Küstrin um 1300 die Stadtrechte. Die Bedeutung Küstrins nahm zu. Den größten Glanz brachte der Stadt die 36jährige Herrschaft des Markgrafen Johann von Brandenburg, der 1536 Küstrin zu seiner Residenz wählte. Somit wurde "Coszterine" zur Hauptstadt der Neumark.

 

Die ursprüngliche Burganlage wurde zu einem prächtigen Renaissanceschloss mit Festungsanlagen. Dank dessen zählte Küstrin jahrelang zu den mächtigsten Festungen Europas. Johann von Brandenburg-Küstrin ging als Erbauer der Festung in die Geschichte der Stadt Küstrin ein und wurde von den Einwohnern liebevoll als ihr "Hans von Küstrin" genannt.

 

Die Jahre der ruhigen Existenz dauerten jedoch nicht lang. Außer den vernichtenden elementaren Katastrophen – wie Hochwasser und Brände – wurden die Einwohner der Stadt von politischen Stürmen nicht verschont. Durch die Stadt zogen in aufeinanderfolgenden Jahrhunderten verheerende Kriege wie der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und der Siebenjährige Krieg (1753-1760). Von 1806 bis 1818 stand Küstrin unter französichen Besatzung. Das Ende des 19. Jahrhunderts brachte Hoffnung auf Besserung.

 

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung gewann die Stadt rasch an Bedeutung. Bereits 1939 zählte sie 24 Tausend Einwohner. Dem immer deutlicheren Wohlergehen setzte der 2. Weltkrieg ein Ende. Die Festungsstadt spielte in diesem Drama eine tragische Rolle. 1945 wurde sie zum strategischen Widerstandspunkt des Vormarsches der Sowjetarmee nach Berlin. Infolge von verbissenen Kämpfen wurde Küstrin fast vollständig zerstört.

 

Gemäß der Berliner Verträge (Potsdamer Abkommen) vom August 1945 wurde die deutsche Ostgrenze an die Oder und Westneiße verlegt. Die ehem. deutschen Bewohner zogen nach Westen, nach Kostrzyn kamen die aus Ostpolen umgesiedelte polnische Bevölkerung.

 

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